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Zeichnungen von Ung-Pil, Byen sind eine Welt der Stille. Die Koepfe
der Figuren sind kahl, die Augen sind leer, die Figuren selbst geschlechtslos.
Sie stehen in Verbindung zueinander bzw. sie kommunizieren durch Gesten
ihrer Arme und Haende und durch die Neigung ihrer Koepfe. Sie sind
fragil. In ihren Gesten suchen sie sich oder den anderen zu schuetzen.
Alles ist Ausdruck einer Kreatur der Empfindsamkeit, die unter der
Aggressivitaet der Welt leidet. Und jetzt kommt, was die Qualitaet
der Zeichnungen von Ung-Pil, Byen ausmacht. Betrachtet man den Zusammenhang
mancher Koerperteile und vor allem die Haende in den Zeichnungen,
dann stellt man fest: einiges ist anatomisch nicht richtig. Aber so,
wie es gezeichnet ist, eben in seiner anatomischen ,Verkehrtheit",
bewirkt es den vorher geschilderten Ausdruck der Zeichnungen. Die
zerbrechlichen Fingerchen, ein ungeschickt aus dem Handgelenk hervorgehender
Daumen, das ist noetig fuer den Ausdruck der Hilflosigkeit der Figuren.
Die akademische ,Verkehrtheit" erzeugt naemlich erst die existentielle
Richtigkeit der Zeichnungen. Und weil die Figuren weder Karikatur
sind noch expressionistisch demolieren, sondern eben doch hart an
der Wirklichkeit sind, befinden sich die Zeichnungen in einem fein
gefuehIten Balanceakt zwischen Imitation von Erscheinungsbild und
dessen fuer den angestrebten Ausdruck noetige Deformation.
Es
gibt auch Humor in der Welt der Stille des Ung-Pil, Byen. Insgesamt
zeigen die Arbeiten eine ausgewogene Menschlichkeit.
Prof.
Paul lsenrath
Kunstakademie Muenster
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